Atletico & Real Madrid: Die Auswirkungen der Transfersperre

Atletico & Real Madrid: Die Auswirkungen der Transfersperre

Die spanische Hauptstadt Madrid mit ihren beiden Spitzenklubs Real und Atletico gehört zu den Cash-Cities in Europa. Hohe zwei- und sehr oft auch dreistellige Millionenbeträge für Ablösesummen in jeder Transferperiode sind weniger Seltenheit, sondern eigentlich Standard. Ebenso das große Spektakel um die Präsentation der neuen Stars in den prall gefüllten Stadien. Doch in Zukunft droht eine kleine Ruhepause.

Man fragt sich, wie gerade bei den „Galaktischen“ mit den täglich von den heimischen Sportzeitungen angeheizten Spekulationen um Neuzugänge Ruhe einkehren soll? Antwort: Die FIFA. Die Berufungskommission des Weltfußballverbandes hat die Einsprüche von Real Madrid und seinem Stadtnachbarn Atletico gegen die viel diskutierte Transfersperre abgelehnt. Bei beiden Vereinen ahndete die FIFA zu Jahresbeginn mehrere Verstöße gegen die Wechselbestimmungen und Registrierung von Jugendspielern.

Real-Trainer Zidane: „Strafe ist absurd“

Damit müssen die Madrilenen in den kommenden beiden Transferperioden ohne teure Neuzugänge auskommen. Zwar dürfen offiziell weiterhin Spieler verpflichtet, diese aber nicht vor Januar 2018 eingesetzt werden. Real-Trainer Zinédine Zidane sieht die Strafe zwar als „absurd“ an, scheint sich auf der anderen Seite aber bereits damit abgefunden zu haben. „Ich bin sehr zufrieden mit der aktuellen Mannschaft. Wenn der Kader noch für 2 Jahre so bleibt, ist das so“, betont der 44-Jährige.

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Muss vorerst auf teure Neuzugänge verzichten – Real-Trainer Zinedine Zidane

Beide Klubs kündigten den Gang vor den Internationale Sportgerichtshof CAS an, besitzen aber – wie das Beispiel FC Barcelona zeigt – keine guten Karten. Auch der Erzrivale des aktuellen Champions League-Siegers konnte 2014 das Urteil nach einem längeren Rechtsstreit nicht mehr kippen. Eine Aufschiebung ermöglichte den Katalanen aber vor der Saison 2014/2015 eine gewaltige Transferoffensive (u. a. kamen Torjäger Luis Suarez, Ivan Rakitic und Marc-André ter Stegen für € 100 Mio.).

Leihgaben als Hoffnungsträger

Vor dem Hintergrund der drohenden Transfersperre hatte sich Real auf dem Markt für seine Verhältnisse sogar eher zurückgehalten. Lediglich Álvaro Morata kehrte dank einer Rückkaufklausel vom italienischen Meister Juventus Turin nach Madrid zurück. Beim 2:1 gegen Celta Vigo gelang dem 23-Jährigen sein erster Treffer. Gegen CA Osasuna (ab 16.00 Uhr) peilt das „weiße Ballett“ am Samstag den 3. Sieg im 3. Spiel an – Quote 1.50 bei einem Sieg mit drei Toren Unterschied.

Trainer Zidane vertraut mit Blick auf die Zukunft einerseits auf seinen auf nahezu allen Positionen doppelt gut besetzten Kader. Dazu sind mit beispielsweise Borja Mayoral (VfL Wolfsburg) oder Diego Llorente (FC Malaga) einige hoffnungsvolle Talente ausgeliehen. Diese wären auch bei einer Rückkehr während der Transfersperre für Real spielberechtigt.

Stadtrivale Atletico investierte im Sommer dagegen knapp 80 Mio., unter anderem in die Offensivkräfte Kévin Gameiro vom FC Sevilla und Nico Gaitán (Benfica Lissabon). Auch Trainer Diego Simone setzt auf die Weiterentwicklung von Leihgaben. Gleich 11 Spieler haben die Colchoneros vor Saisonbeginn an andere Klubs verliehen.

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