Antoine Griezmann: Die Retourkutsche für La Decisión

Antoine Griezmann: Die Retourkutsche für La Decisión

Ab dem 1. Juli: Weltmeister im besten Fußball-Alter zum Sonderpreis – nur 120 statt 200 Mio. €! Das klingt zunächst mal nach einem Angebot, bei dem sämtliche Top-Klubs oder besser gesagt deren Investoren und Scheichs mit gezücktem Scheckbuch Schlange stehen. Die Wirklichkeit im Fall von Antoine Griezmann sieht anders aus. Die Liste prominenter Klubs (FC Barcelona, PSG, Manchester City), zu denen französische Torjäger nicht wechseln wird, wächst beinahe täglich.

Die Gründe für das mangelnde Interesse an Griezmann sind vielschichtig. In Paris legt Thomas Tuchel sein Hauptaugenmerk auf die Verstärkung der wackligen Defensive. Wohl dem, der mit dem MCN-Sturm (Mbappe/Cavani/Neymar) schon längst eines der besten Offensiv-Trios in seinen Reihen hat. Pep Guardiola, seines Zeichens Trainer von Manchester City und Chefeinkäufer der Premier League (über 600 Mio. Ausgaben seit dem Amtsantritt), lehnte ebenso dankend ab und schob den Ball an seinen Ex-Klub Barcelona weiter.

Messi und Griezmann – Rebellion gegen das Traumduo

Hier scheitert der Griezmann-Transfer im 2. Anlauf wohl weniger am Geld als am Veto der Barca-Stars. Als schon vor dem Beginn der Weltmeisterschaft 2018 in Russland alle Welt mit dem Wechsel zu den Katalanen gerechnet hatte, heizte der 28-Jährige im spanischen Pay-TV die Spannung. noch weiter an. Am Ende von „La Decisión“, einer Mischung aus Kurz-Doku und kitschiger Selbstinszenierung über 32 Minuten, revidierte der Franzosen seine mündliche Zusage und verkündete den Verbleib bei Atletico Madrid.

„In der Mannschaft lachen wir darüber“, sagte seinerzeit Frankreichs Kapitän Hugo Lloris. Das Nachspiel: Mit Lionel Messi und Co. hat es sich Antoine Griezmann dagegen für immer verscherzt. Wie die spanischen Gazetten übereinstimmend berichten, teilte ein Großteil der Mannschaft ihre „Decisión“ auch direkt Josep Maria Bartomeu mit.

Nutzt Bayern die Gunst der Stunde?

Folgt Antoine Griezmann seinem Mitspieler Lucas Hernandez zum FC Bayern?

Dass der mächtige Barca-Präsident einen Spieler verpflichtet, der in der eigenen Kabine auf derartige Ablehnung treffen würde, scheint schwer denkbar. Knapp eine Woche nach seinem öffentlich verkündeten Abschied bei Atletico Madrid haben sich Griezmanns Wechsel-Optionen stark reduziert. Innerhalb von Spanien (alle La Liga-Wetten) bleibt nur Real Madrid. Klar ist jedoch: Auch beim Stadtrivalen steht der Weltmeister nicht ganz oben auf dem Wunschzettel.

Trainer-Rückkehrer Zinedine Zidane würde PSG-Youngster Kylian Mbappe oder Eden Hazard (FC Chelsea) vorziehen. Ob die Bundesliga für Griezmann eine ernsthafte Alternative ist? Zumindest hat der FC Bayern den Spekulationen durch den 80 Millionen-Transfer seines Mitspielern Lucas Hernandez sowie forschen Ansagen aus der Chefetage (Uli Hoeneß: „Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben“) Tür und Tor geöffnet.

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