Alexander Zickler: Beim FC Bayern fehlt eine klare Hierarchie

Alexander Zickler: Beim FC Bayern fehlt eine klare Hierarchie

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Ihr erster Klub war Dynamo Dresden. Dynamo hat diese Saison den 5. Platz in der zweiten Bundesliga erreicht. Was ist nächste Saison für den Verein möglich?

Es wäre dieses Jahr schon der Aufstieg möglich gewesen. Leider gab es je einmal in Hin- und Rückrunde eine kleine Schwächephase, die du dir auf diesem Niveau einfach nicht erlauben darfst. Aber die Voraussetzungen stimmen: die Fans sind mehr als erstligatauglich und dem Verein geht es auch wirtschaftlich wieder besser. Ich traue ihnen den zweiten Bundesliga zu. Die Region lechzt ja auch danach. RB Leipzig hat es jetzt vorgemacht, wenn auch unter anderen Voraussetzungen.

Muss Dynamo Dresden aufpassen nicht in ein Loch zu fallen, wie der KSC nach dem Fastaufstieg 2015?

Ralf Minge als Sportchef ist ein Mann der viel Erfahrung mitbringt und da einen exzellenten Job macht. Ich sehe da für Dynamo keine Gefahr, wenn sie es schaffen die Mannschaft zusammenzuhalten.

Sie haben die wirtschaftliche Verfassung von Dresden angesprochen. Mittlerweile ist man schuldenfrei. Welchen Anteil daran hat der FC Bayern, der vor zwei Jahren ein Benefizspiel für Dynamo Dresden veranstaltet hat?

Bayern ist ein Verein, der seit Jahren Teams wieder auf die Beine hilft, denen es wirtschaftlich nicht gut geht. Dresden ist nicht das einzige Beispiel. St.Pauli oder 1860 München wurde ebenfalls unter die Arme gegriffen. Dresden hat in der Vergangenheit sicher den einen oder anderen Fehler gemacht, im sportlichen wie im wirtschaftlichen Bereich. Mittlerweile sind sie – sicherlich auch mit Hilfe der Bayern – wieder auf einen grünen Zweig gekommen, was mich persönlich natürlich irrsinnig freut.

Hat der FC Bayern auch den BVB gerettet?

So im Detail weiß ich das nicht, da hätte ich wahrscheinlich mit der Finanzabteilung beim FC Bayern reden müssen (lacht). Das Gerücht existiert jedenfalls und ich kann mir auch vorstellen, dass die Bayern hier geholfen hätten, wenn das damals beim BVB der Fall gewesen wäre.

Sie sind damals als junger Spieler zu den Bayern gekommen und haben zwölf Jahre in München verbracht. Der letzte Jugendspieler, der sich durchgesetzt hat, ist David Alaba im Jahr 2010. Haben die Bayern ein Nachwuchsproblem?

Der Uli (Hoeneß, Anm.d.Red.) hat es knallhart angesprochen und jetzt einiges in die Wege geleitet. Natürlich hat der Kader immense Qualität und bei 24 Weltklassespielern ist es schwierig, dass sich jedes Jahr mehrere Jugendspieler etablieren. Da haben sich die Zeiten geändert. Aber ich habe diesbezüglich eine Aussage von Holger Badstuber im Kopf, der sich während einer seiner vielzähligen Verletzungspausen die Jugendabteilung angesehen hat und gemeint hat, dass es den Jungs schlicht und ergreifend zu gut geht. Du musst den Kampf als junger Spieler annehmen und darfst dich einfach nie ausruhen. Bringst du die Mentalität nicht mit, wird es schwierig.

Sie sind den Ruf eines Jokers nie ganz losgeworden. Wieso waren Sie gerade in der Rolle so gut?

Es gehört dazu, dass du die richtige Einstellung mitbringst. Auch wenn du nicht von Anfang an spielst, musst du für 5, 10 oder 20 Minuten sofort bereit sein und der Mannschaft helfen können. Ich denke, dass das eine meiner Qualitäten war. Wie damals 2000/2001 mit dem Tor gegen Kaiserslautern. Da habe ich das ganze Spiel über Aufwärmübungen gemacht und bin in der 89. Minute eingewechselt worden. Eingewöhnungszeit gibt es unter diesen Umständen dann keine mehr. Vielleicht ist mir auch genau das zum Verhängnis geworden (lacht). Mit sowas musst du aber umgehen können, wenn du bei den Bayern spielst. Aber ich habe ja auch sehr viele schöne Spiele von Anfang an bestreiten dürfen.

War das Ihr wichtigstes Tor?

Das war denke ich das optimale Jokertor. Mit dem ersten Ballkontakt habe ich gleich getroffen und dann war es auch noch eines der meisterschaftsentscheidenden Tore, weil wir plötzlich gegenüber Schalke 04 wieder die bessere Ausgangsposition hatten. Und schön war es auch noch (lacht).

Der Joker-Torrekord wurde kürzlich von Nils Petersen gebrochen. Schmerzt das?

Nein, überhaupt nicht (lacht). Ich war sogar mit den Teamkollegen von damals bei dem Spiel und wir haben uns einen riesigen Spaß daraus gemacht. Er hat sich das absolut verdient. Er ist sicher auch nicht glücklich darüber, immer von der Bank zu kommen, aber auch er ist so ein Spielertyp, der in wenigen Minuten am Platz viel bewegen kann.

Fehlen den Bayern heute Typen wie Effenberg oder Kahn damals?

Es gibt schon Typen, aber es fehlt eine klare Hierarchie. Wir hatten zwei, drei solcher Typen, wie Effenberg oder Kahn, die die Mannschaft vor allem in brenzligen Situationen immer angeführt haben und mit Vollgas vorne wegmarschiert sind. Solche Teamkollegen brauchst du, weil du dich in kleinen Krisen an ihnen aufrichten kannst. Das fehlt ein bisschen.

Sind Sie ein Befürworter eines klassischen Stürmers oder einer falschen Neun?

Barcelona, Bayern, Spanien und Deutschland haben die falsche Neun schon probiert. Mal funktioniert es, mal nicht. Meiner Meinung nach kommt es immer auf das Spielermaterial an. Habe ich als Trainer einen Lewandowski oder einen Mario Gomez, wäre ich doch verrückt, wenn ich mit einer falschen Neun spiele.

Sie haben zweimal unter Giovanni Trapattoni trainiert. Einmal bei den Bayern und einmal bei Salzburg. Haben Sie ihn bei seinen Ansprachen verstanden?

Die berühmte Pressekonferenz haben wir uns als Spieler schon zweimal ansehen müssen, um alles zu verstehen (lacht).

In Österreich dominiert Red Bull Salzburg die Liga nach Belieben. Schadet das der Liga?

Für uns ist es natürlich sehr gut, wenn wir eine Meisterschaft nach der anderen holen. Man muss auch festhalten, dass keiner der Meistertitel in Österreich geschenkt ist, sondern harte Arbeit erfordert. Aber wir leben auch von einer hohen Qualität in der Liga. Das merkt man vor allem in internationalen Partien, wenn es gegen Topgegner geht. Da fehlt es oft an Kleinigkeiten, die dadurch bedingt sind, dass wir uns in der Liga nicht permanent auf diesem hohen Niveau messen können. Deswegen ist es sehr wichtig, dass die Wiener Austria, Rapid Wien usw. auf ein ähnliches Niveau kommen. Nur so entwickeln sich alle Vereine weiter.

Droht in Deutschland durch RB Leipzig – eventuell gemeinsam mit dem FC Bayern – eine ähnliche Dominanz?

Jetzt hat RB Leipzig eine Saison gespielt mit der vorher keiner gerechnet hat. Top-7 oder Top-8 hätte ich mir einreden lassen. Dass sie jedoch als Aufsteiger gleich Vizemeister und unmittelbarer Konkurrent der Bayern werden, das hätte wohl niemand gedacht. Ob eine Dominanz droht weiß ich nicht, grundsätzlich ist es aber für den deutschen Fußball sehr wertvoll, wenn ein potenter Club wie Leipzig oben mitmischt. Vor allem, weil Leipzig diese Saison eine unglaubliche Konstanz an den Tag gelegt hat, die viele andere Vereine nicht hatten, die sonst um die Champions League spielen: der BVB, Gladbach, Leverkusen und Schalke zum Beispiel. Da sieht man wieder, was für exzellente Arbeit in Leipzig geleistet wird.

Gibt es Parallelen zwischen dem FCB und RB Leipzig?

Nein eigentlich gar nicht. Zwar zählen beide Vereine zu den wenigen, denen es wirtschaftlich gut geht und die einen wirklich hochqualitativen Kader haben, aber die Philosophien sind ganz andere. Die Spielerverpflichtungen sind da ein gutes Beispiel. Bei Leipzig hält sich das Credo, dass keine Neuverpflichtung älter als 24 Jahre ist. Die Bayern sind da ganz anders.

Woran scheitern die Bayern seit vier Jahren in der Champions League?

Naja, die Champions League ist kein Wunschkonzert, da kommt es auf so viele verschiedene Faktoren an. Vor dem Sieg 2001 hat man 25 Jahre nicht gewonnen. Bayern ist immer Favorit und hat den deutschen Fußball auch exzellent vertreten, aber es ist einfach auch eine Glücksgeschichte. Das große Ziel am Anfang jeder Saison ist sowieso die Meisterschaft.

Ist der Meistertitel in München nicht zu wenig?

Ich weiß, die Erwartungshaltung in München ist sehr groß. Die Spieler sind aber keine Maschinen, sondern Menschen. Es wäre ja auch langweilig, wenn man vor jeder Saison den Ausgang schon planen könnte.

Wie sollte sich der FC Bayern nächste Saison verstärken? Sollte man viel Geld in neue Stars investieren?

Bayern wird nicht schlafen und Ablösesummen von 30-40 Millionen werden ja auch vom FCB bezahlt. Das ist extrem viel Geld, da darf man auch bei den überhitzten Preisen nicht den Realitätsbezug verlieren. Ich denke aber nicht, dass Uli Hoeneß plötzlich 100 Millionen für einen Spieler bezahlen wird.

Kann sich Bayern etwas von RB Leipzig abschauen?

Nein, und das müssen sie auch gar nicht. Bayern hat jahrzehntelang gezeigt, dass sie ganz oben auf einem Toplevel spielen können. Das ist ja ihre Stärke und die Schwäche ihrer Gegner. Eine gute Saison spielt man schnell einmal, aber sich dann an der Spitze zu halten ist die wahre Qualität.

Mit Leipzig hat man einen neuen Konkurrenten dazubekommen. Wie erklären Sie sich den Erfolgslauf der Bullen?

Anfangs dachte ich, dass sie einfach unterschätzt werden. Dann habe ich im Dezember bei Leipzig hospitiert und nach dieser Woche habe ich verstanden, warum sie da oben stehen. Das gute Klima im Verein, die professionellen Abläufe, das Training auf einem sehr schnellen und hohen Niveau etc. Da ist mir bewusstgeworden, dass da ein System dahintersteckt, von der ersten Mannschaft bis hinab in die Jugendmannschaften. Deswegen steht Leipzig auch zu Recht da oben. Nach der Hinrunde hatten alle Gegner die Möglichzeit zu analysieren, aber es wurde nicht besser und Leipzig hat seine Linie weiter durchgezogen.

Welchen Anteil hat Ralph Hasenhüttl?

Er kümmert sich extrem intensiv um sein Team. Er gibt ihnen sehr viel Freiheiten, fordert aber auf der anderen Seite auch sehr viel von ihnen. Und taktisch ist er exzellent.

Schafft es Leipzig das Niveau nächste Saison mit der Dreifachbelastung zu halten?

Um zu zeigen, dass der Vizemeistertitel keine Eintagsfliege war, werden sie sich ordentlich verstärken im Sommer. Ich bin überzeugt, dass der Ehrgeiz im Verein vorhanden ist und, dass Leipzig nächstes Jahr genauso oben dabei ist.

Leipzig hat in den letzten Jahren sehr viele Spieler vom Schwesternklub RB Salzburg geholt. Konrad Laimer scheint der Nächste zu sein. Ist es der richtige Schritt für ihn?

Konrad kenne ich sehr lange, genauso wie Xaver Schlager, der auch schon bei den Profis in Salzburg angeklopft hat. Mit dem Schritt nach Leipzig macht Konrad alles richtig. Er ist eine Maschine auf dem Feld, die perfekt in das Anforderungsprofil und die Philosophie von RB Leipzig passt. Nach seiner Top-Ausbildung in Salzburg ist das auch der einzig logische Schritt. In Österreich hat er gezeigt, dass er auf einem sehr hohen Niveau spielen kann und nach einer gewissen Eingewöhnungszeit setzt er sich in Leipzig sicher durch.

RB Leipzig genießt bei Fußballanhängern in Deutschland nicht die höchste Anerkennung. Wie kann das „Negativimage“ geändert werden. Geht es Red Bull nur um den sportlichen Erfolg oder spielt die Positionierung der Marke auch eine Rolle? Wie kann RB Leipzig die kritischen Fußballfans von sich überzeugen?

Durch solche sportlichen Leistungen wie diese Saison. Ich glaube auch, dass man diese Saison extrem viel neue Fans gewonnen hat. Ich finde es auch ganz normal, dass die Marke ebenfalls in irgendeiner Form positioniert wird. Das Sportliche rückt da auch nicht in den Hintergrund. Ganz im Gegenteil. Ich denke, dass Leipzig schon sehr viel für den deutschen Fußball getan hat. Und ich hoffe, dass sie das weiterhin tun. Es ist nämlich für alle Vereine wichtig, dass Leipzig in der Champions League reüssiert.

Bei Leipzig und Salzburg steht die Marke dennoch sehr zentral im Vordergrund. Sind es Ihrer Meinung nach trotzdem „normale“ Fußballvereine?

Sie sind normal strukturiert und mit dem Hintergrund der Diskussion rund um die Champions League kann man auch noch einmal festhalten, dass sie unabhängig voneinander sind. Und wenn man immer nur kritisiert, dass es anscheinend ausschließlich um Markenpositionierung geht, vergisst man leicht, was im Hintergrund alles passiert. Man muss sich nur einmal ansehen, was in Leipzig alles von Red Bull investiert wurde. Vieles davon hat vordergründig gar nichts mit Fußball zu tun. Da wurde in Straßen, in die Infrastruktur, in eine Top-Ausbildungsstätte für die Jugend investiert. In Salzburg war das ähnlich. Da geht es nicht nur um die Marke, da geht es auch einfach um Arbeitsplätze und um gute Ausbildungsplätze für die Jugend und das finde ich überragend. Man darf nicht immer nur das eine sehen, sondern darf auch ein bisschen über den Tellerrand hinausblicken.

Woher rührt dann die Anti-Kommerz-Haltung vieler Fans und Funktionäre?

Der Neid spielt hier eine große Rolle. Der eine gönnt dem andern etwas nicht. Bei Bayern ist das ja ähnlich. Die sind die Bösen, weil sie Geld haben. Aber Uli Hoeneß und Didi Mateschitz sind nicht durch Glück zu viel Geld gekommen. Die haben sich das hart erarbeitet und tun sehr viel Gutes mit ihrem Geld, wovon z.B. auch andere Vereine profitieren.

In der Premier League steht hinter nahezu jedem Verein ein Investor.

Die Zeiten haben sich eben geändert. Es kommt ja auch darauf an, wie das Geld investiert wird. Ein sehr prominentes Beispiel dafür, wie man es nicht macht, ist gerade in die dritte Liga abgestiegen. Geld alleine reicht nicht, gut anlegen musst du es auch.

Sie waren im Jahr 2005 einer der ersten Protagonisten beim Projekt Red Bull Salzburg. Wie beurteilen Sie die Entwicklung die man genommen hat? Was ist heute anders?

Ich war damals schon begeistert vom Projekt, weil ich überzeugt bin, dass jemand wie Didi Mateschitz keine halben Sachen macht. Am Anfang habe ich manchmal das Gefühl gehabt, dass das Ganze eine große Show kombiniert mit ein wenig Fußball ist. Das hat sich dann aber bald geändert und wir haben uns dann sowohl national als auch international etabliert. Leider ist der große Wurf mit der Champions League-Qualifikation nicht gelungen, obwohl wir große Gegner wie Valencia oder Schachtjor Donezk geschlagen haben. Aber so etwas wie die ungeschlagene Gruppenphase in der Europa League gegen Villarreal und Lazio Rom ist eine sehr schöne Erinnerung. Eine der größten Veränderungen ist sicher die Akademie und die Jugendausbildung, die internationalen Standards absolut gerecht wird.

Welche Früchte trägt das?

Zum Beispiel der Gewinn der Youth League. Da kann man sehr stolz sein. Für uns ist es natürlich schön, wenn junge Spieler in die erste Mannschaft nachrücken und in weiterer Folge den Sprung nach Leipzig schaffen, wie Konrad Laimer. Das ist dann ein absolutes Highlight.

Eine der großen Veränderungen ist auch, dass vermehrt junge Spieler von Salzburg zu Leipzig transferiert werden. Salzburg-Trainer Oscar Garcia hat sich auch recht deutlich beschwert, dass Salzburg nur mehr als Farmteam von Leipzig agiert. Wie sehen Sie das?

Das ist legitim in meinen Augen. Österreich ist keine schlechte Liga, aber keine der Topligen. Einen 25jährigen spanischen Nationalspieler wirst du nie nach Salzburg bekommen. Hätte man in Österreich durchgehend Spiele auf internationalem Niveau, wäre das anders. Wir haben andere Voraussetzungen in Österreich, wo wir am besten mit jungen Spielern aus unserer Akademie ein gutes Team aufstellen, ihnen eine Top-Ausbildung zukommen lassen, uns mit ihnen für die Europa League qualifizieren etc. Der Fokus hat sich natürlich ein wenig nach Leipzig verschoben. Aber dort ist man dann auch glücklich, wenn es Spieler wie Laimer oder Keita gibt, die den Sprung dorthin schaffen.

Übt Leipzig genug Anziehungskraft aus, um Spieler wie Naby Keita oder Emil Forsberg halten zu können?

Leipzig spielt in einer Topliga und ist dort gerade Vizemeister geworden. Dementsprechend kann man solchen Spielern viel bieten. In Salzburg ist das anders. Da ist es verständlich, wenn man Spieler wie Keita, Kampl oder Mane nicht halten kann. Wenn ein Spieler aber den Traum von der englischen, italienischen oder spanischen Liga im Kopf hat, wird es schwierig für den Verein. Auch wenn man Vizemeister in Deutschland ist.

Sie leben bereits sehr lange in Österreich und sind auch schon etliche Jahre Teil des österreichischen Fußballs. Wie beurteilen Sie die Entwicklung des österreichischen Nationalteams?

Vor der EM 2008 im eigenen Land war eine sehr große Euphorie zu vernehmen. Die Qualität war damals schon gut, ist aber heute unvergleichlich höher. Das wurde ja in der letzten Qualifikation für die EM in Frankreich auch eindrucksvoll bewiesen. Dass man dann genau vor der EM in ein Formloch fällt, war für das ganze Land sehr bitter. Da war die Vorbereitung nicht optimal und einige Verletzungen gab es auch. Dadurch war das Selbstvertrauen dann offensichtlich im Keller. Wenn man sich die Spiele von Österreich angesehen hat, hat man gesehen, dass da kein Team mit Selbstbewusstsein am Platz gestanden ist. Anscheinend wollte man sich nur irgendwie über die Gruppenphase retten und so eine Einstellung wird auf diesem Topniveau bestraft. Aber daraus kann man lernen und in Österreich braucht man sich überhaupt keine Sorgen machen, da kommen so viele gute junge Spieler nach.

Schafft Salzburg dieses Jahr endlich den großen Wurf mit der Qualifikation für die Champions League?

Ich denke, dass man von diesem Thema ein wenig abrücken muss. Die Qualifikation ist eines der Ziele, aber nicht mehr das Hauptziel. Die Jungs werden topmotiviert sein, aber bei so einem jungen Team darf man das nicht erwarten bzw. Druck ausüben. In die Europa League will man in Salzburg auf jeden Fall, sollte es aber für die Champions League nicht reichen, wird sich die Enttäuschung in Grenzen halten.

Rechnen Sie mit Problemen durch die UEFA für RB Leipzig und RB Salzburg?

Ich bin in dem Thema nicht so gut informiert. Ich vertraue da den Leuten bei Salzburg und Leipzig, die dafür zuständig sind und glaube nicht, dass es da Probleme geben wird.

Wie sehen Sie die Zukunft des Confederation Cups?

Der ist jetzt irgendwann, oder? Junge Spieler haben dort zwar die Möglichkeit sich zu zeigen, aber eigentlich bräuchten sie nach so einer langen Saison eine Pause, um zu regenerieren. Der Zeitpunkt ist also alles andere als optimal.

Mario Basler hat den Cup vor kurzem den „Bananencup“ genannt. Sehen Sie das ähnlich?

Dem schließe ich mich an. Der Zeitpunkt ist eine Katastrophe für die Spieler. Eigentlich braucht niemand diesen Cup.

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