Ajax Amsterdam: 120 Jahre holländische Tradition

Ajax Amsterdam: 120 Jahre holländische Tradition

120 Jahre Ajax Amsterdam! Der erfolgreichste Fußballverein aus den Niederlanden feiert Geburtstag. Über die Jahre hinweg mauserte sich der inzwischen 34-fache Rekordmeister zu einer Spitzenmannschaft, die auch außerhalb des Königsreichs für Furore sorgte. Dabei war es nicht nur die vergangene Champions League-Saison, in der „de Godenzonen“ die Mannschaften Europas schwindelig spielte. Wir blicken zurück auf 120 Jahre Ajax Amsterdam.

Der erste Versuch (1884) einen Fußballvereins namens Foot-Ball Club Ajax zu gründen, erstickte im Keim. Erst ein paar Jahre später hatten die Bemühungen Erfolg und der Klub besteht seit 1900 in seiner heutigen Form. Auch die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Die erste der 34 Meisterschaften feierte Ajax bereits 1918 und ließ eine weitere ein Jahr später folgen. Die erste glorreiche Zeit erlebten die Anhänger in den 30er-Jahren. Mit 5 Schalen von 1931 bis 1939 zeigte sich früh, in welche Richtung der Weg des Vereins gehen wird. So war Amsterdam 1956 Gründungsmitglied der höchsten niederländischen Profiliga. Bis heute spielen die Rot-Weißen ununterbrochen in der Eredivisie. Durch den Meistertitel 1957 qualifizierten sich die Hauptstädter erstmals für den Europapokal der Landesmeister, wo der Weg jedoch im Viertelfinale gegen Vasas Budapest endete.

Serienmeister in Europa

Ende der 60er führte Ex-Spieler Rinus Michels den Verein zur ersten Glanzzeit und verlieh der Mannschaft den noch heute praktizierten Spielstil – den Totalen Fußball. Dieser setzte sich nicht nur bei Ajax durch, sondern prägte auch die Nationalmannschaft. Der Erfolg ließ dabei nicht lange auf sich warten. Unter dem „General“ gingen Spieler wie Arie Haan, Horst Blankenburg, Johann Neeskens und Ajax-Legende Johan Cruyff  hervor, die 4 Meisterschaften und 3 Pokal-Siege innerhalb von 6 Jahren feierten. Gleichzeitig startete der Triumphzug durch Europa. Nach dem verpassten Erfolg im Finale des Europapokals der Landesmeister gegen AC-Mailand (1969), holte sich die Truppe den Titel zwischen 1971 und 1973 gleich 3 Mal in Serie. Doch nachdem Johan Cruyff den Verein gen Barcelona verließ stellten sich auch die internationalen Erfolge ein, sodass einige Zeit verging, bis die Ajax-Schule erneut große Spieler hervorbrachte.

Nach ihm wurde inzwischen das Ajax-Stadion benannt – Johan Cruyff

Die Rückkehr Cruyffs

12 Jahre später kehrte das Vereins-Idol in die Hauptstadt zurück – dirigierte das Team nun selbst. Erneut zeigte sich, warum sich Ajax einen Namen als Talentschmiede gemacht hatte. Marco van Basten, Dennis Bergkamp und Frank Rijkaard gewannen 1987 den Europapokal der Pokalsieger und verließen den Verein wenig später zu den internationalen Top-Klubs. Doch nicht nur unter Cruyff sorgte Ajax in Europa für Furore. Louis van Gaal, zunächst Co-Trainer, übernahm die Mannschaft 1991 und leitete die glorreichen 90er-Jahre ein.

Mit dem UEFA-Cup in seiner ersten Saison, der Champions-League 1995 und dem Weltpokal ein Jahr später empfahl sich der inzwischen 68-Jährige für weitere Posten, konnte jedoch bei keinem Verein daran anknüpfen. Wie schon zuvor verließen erneut zu Top-Stars geschliffene Spieler der Verein und Ajax standen harte Zeiten bevor. Zu Beginn des aktuellen Jahrtausends gewann Amsterdam bis 2010 nur 2 nationale Meisterschaften – die PSV Eindhoven hatte dem Rekordmeister den Rang abgelaufen. Dennoch machten auch in dieser Zeit namhafte Spieler auf sich aufmerksam, die den Verein als Sprungbrett nutzten.

Grandiose Saison 2018/19

Die sicherlich erfolgreichste Saison im 21. Jahrhundert gelang dem Team von Erik ten Hag in der vergangenen Spielzeit. Nach 17 Jahren feierten die Fans das Double und auch in der Champions League erreichten die Rot-Weißen das Halbfinale. Nach einer spektakulären 2. Halbzeit musste sich der Rekordmeister letztendlich den Tottenham Hotspurs geschlagen geben. Der Dank galt dabei erneut den Leistungen der Spieler aus der Ajax-Jugend: Matthijs de Ligt und Frenkie de Jong waren die Symbolbilder des Erfolgs. Was die Verantwortlichen nun über die Jahre kennengelernt haben, bestätigte sich auch im letzten Jahr. Beide Leistungsträger verließen den Verein. Doch mit dem Wissen, dass das nächste kommende Top-Talent in den Startlöchern steht, wird in der Jugendakademie fleißig weiter gearbeitet, um die Tradition des Vereins auch in den nächsten Jahren fortzuführen.

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