3. Liga: Die Ost-Meisterschaft

3. Liga: Die Ost-Meisterschaft

Gleich 8 Ost-Teams lassen in dieser Saison die ehemalige DDR-Oberliga wieder aufleben. Zwar kicken mit Hertha BSC, RB Leipzig und Union Berlin 3 im Osten der Republik beheimatete Klubs höherwertig als in der 3. Liga, doch aus diesem Trio ist nur Union Berlin ein Klub, der sich auch schon zu Zeiten der DDR-Oberliga heiße Auseinandersetzungen mit den anderen Fußball-Hochburgen im Osten lieferte. Wir werfen zur Winterpause einen Blick auf die inoffizielle Ost-Meisterschaft in der 3. Liga.

Ostdeutschland ist Derbyland

Wer in der 1. und 2. Bundesliga vergeblich nach den Klubs aus den neuen Bundesländern sucht, der findet sie in der 3. Liga wieder. Mit dem 1. FC Magdeburg (Aufsteiger aus der Regionalliga Nordost) und Erzgebirge Aue (Absteiger aus der 2. Bundesliga) wurde die Liga um 2 Klubs bereichert. 8 Mannschaften aus dem Osten, das heißt auch, dass es nur an 2 der insgesamt 38 Spieltage kein Ostduell in Liga 3 geben wird. Die Fans freuen sich über viele brisante Derbys. Die Polizei freut sich eher weniger. Sie muss bei der Vielzahl an emotionalen Spielen für erhöhte Sicherheit sorgen. Die Fans von Dynamo Dresden, Hansa Rostock und dem 1. FC Magdeburg gelten als besonders heißblütig und reisen ihren Mannschaften mit mehreren Tausend Fans hinterher. Insgesamt werden 112 sogenannte Ostduelle, von denen nicht unbedingt geografisch jedes ein Derby ist, in der Saison 2015/16 in der 3. Liga ausgetragen.

Dabei spielen Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue und der Chemnitzer FC die inoffizielle Sachsenmeisterschaft aus, während Magdeburg und Halle um die Vorherrschaft in Sachsen-Anhalt kämpfen. Einzig Hansa Rostock und Energie Cottbus haben eine etwas weitere Anreise zu den nicht weniger brisanten Ostderbys zurückzulegen.

Nach etwas mehr als der Hälfte der Saison ergibt die Ost-Meisterschaft folgendes Bild. Wie im normalen Ligabetrieb führt Dynamo Dresden die Tabelle unangefochten an. Die Fans von RW Erfurt hingegen haben bisher am wenigsten gegen die alten Konkurrenten zu jubeln gehabt. Die Thüringer holten nur 4 Punkte. Setzt man die geholten Punkte in den direkten Duellen in Relation zur Gesamtpunktzahl, ist Energie Cottbus Ost-Meister. Die Lausitzer fuhren fast die Hälfte ihrer Punkte (48%) gegen ihre Genossen aus der Nachbarschaft ein. Gefolgt vom 1.FC Magdeburg (37,5%), Dynamo Dresden (34,8%), Halle (34,5%), Erzgebirge Aue (34,3%), Hansa Rostock (31,8%) und dem Chemnitzer FC (29,6%). RW Erfurt (19,0%) ist auch hier Schlusslicht. Von insgesamt 112 Partien sind zur Winterpause etwas mehr als die Hälfte der Spiele (58) Spiele.

Die nächsten Spiele nach der Winterpause

Samstag 23.01.16, 14:00 Uhr

RW Erfurt – Dynamo Dresden

Chemnitzer FC – Energie Cottbus

Sonntag 24.01.16, 14:00 Uhr

Hallescher FC – 1. FC Magdeburg

Die inoffizielle Ost-Meisterschaft (Platz/Team/Direkte Duelle/Tore/Differenz/Punkte)

1. Dynamo Dresden, 7,  14:8, +6, 16
2. 1. FC Magdeburg, 7,  11:8, +3, 12
3. Energie Cottbus, 8,  9:7, +2, 12
4. Erzgebirge Aue, 7,  5:3, +2, 12
5. Hallescher FC, 8,  10:12, -2, 10
6. Chemnitzer FC, 8,  7:9,  -2,  8
7. Hansa Rostock, 8, 9:13, -4, 7
8. RW Erfurt, 7, 6:12, -5, 4

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So sieht es ungefähr aus, wenn auch in den Stadien (hier beim Spiel Dynamo Dresden – Chemnitzer FC) für erhöhte Sicherheit gesorgt werden muss.
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