VfB Stuttgart: Mario Gomez als teure Galionsfigur im Unterhaus

VfB Stuttgart: Mario Gomez als teure Galionsfigur im Unterhaus

Eines lässt sich dem VfB Stuttgart nach einem Debakel-Jahr, das mit dem Abstieg in der Relegation (2:2/0:0 gegen Union Berlin) endete, nicht vorwerfen: Finanziell steht man im Ländle auf recht gesunden Beinen! Die Mitabsteiger Hannover und Nürnberg blicken neidisch auf den Etat des VfB, der für die Mission Wiederaufstieg knapp 40 Mio. zur Verfügung hat und sich mit Mario Gomez eine kostspielige Galionsfigur leistet.

„Jung und Wild“ heißen die Tugenden, wonach Sportvorstand Thomas Hitzlsperger den Kader des VfB Stuttgart für die Saison 2019/20 umbauen möchte. Wer aus der Riege der älteren, besserverdienenden Profis (Daniel Didavi, Andreas Beck, Dennis Aogo und Kapitän Christian Gentner) noch seine Erfahrungen einbringen darf? Darüber hüllt sich der Ex-Nationalspieler in Schweigen. Einzig bei Mario Gomez versicherte er: Der Sturm-Routinier wird beim Trainingsauftakt am 16. Juni auf dem Platz stehen!

Teuerster Zweitliga-Stürmer: Gomez überholt Lasogga

Der Mann, der Stuttgart 2007 zur Meisterschaft ballerte und anschließend über Bayern München, Florenz, Besiktas und Wolfsburg den Weg zurück ins Schwabenland gefunden hatte, geht in sein letztes Vertragsjahr. Trotz finanziellen Einbußen durch den Abstieg schlägt Gomez’ Gehalt mit knapp 4,5 Mio. € zu Buche. Damit löst der 78-malige Nationalspieler Anthony Modeste vom Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln und Pierre-Michel Lasogga (HSV), die im Vorjahr jeweils über 3 Mio. kassiert hatten, als Topverdiener der 2. Liga ab.

Möglich macht das vor allem die Finanzspitze des heimischen Automobil-Giganten. Zusätzlich gleichen die 35 Mio. €, die Rekordverkauf Benjamin Pavard (Bayern München) in die Kassen spült, die sinkenden TV-Gelder aus. Etattechnisch können Hannover 96, das mit 21 Mio. € plant, und selbst der HSV nicht mit den Schwaben mithalten. Knapp 10% des VfB-Etats gehen für Gomez drauf.

Pavard-Verkauf und Mercedes ermöglichen Mega-Etat

Welche Rolle der Topverdiener (7 Tore und 2 Vorlagen in der Abstiegssaison) unter dem aus Kiel kommenden Trainer Tim Walter einnimmt, ist dagegen noch ungewiss. Eine Persönlichkeit mit ausgefuchstem Torriecher, wie sie Mario Gomez verkörpert, hat die 2. Liga lange nicht mehr gesehen. „Meinen Riecher habe ich noch, aber meine Dynamik bringt mich nicht mehr in jedem Moment dahin, wo mich die Nase eigentlich hinführt“, sagte der 32-Jährige, der in der Rückrunde vermehrt ins 2. Glied gerückt war. 

Philipp Klement: Der Paderborner erzielte fast so viele Tore (17) wie Stuttgart in der gesamten Rückrunde (20).

Kurios: Gomez bat Ex-Sportvorstand Michael Reschke (jetzt Kaderplaner bei Schalke 04) in der Winterpause sogar um einen zusätzlichen Stürmer, der ihn auch mal verdrängen könne. Hertha-Leihgabe Alexander Esswein füllte diese Rolle freilich nicht aus. Ob Reschke-Nachfolger Hitzlsperger diesem Wunsch in der Sommer-Transferperiode nachkommt? Die beiden Neuzugänge Mateo Klimowicz und Philipp Klement sind für das offensive Mittelfeld eingeplant und keine (direkten) Gomez-Konkurrenten.

 

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