2. Bundesliga: Vierkampf um den Aufstieg

2. Bundesliga: Vierkampf um den Aufstieg

Noch 4 Spieltage sind in der 2. Bundesliga zu absolvieren und an der Spitze zeichnet sich bis zuletzt ein spannender Vierkampf um den Aufstieg in die Bundesliga ab. Dabei haben der VfB Stuttgart, Eintracht Braunschweig, Hannover 96 und Union Berlin ganz eigene Argumente für das ersehnte Ziel. Erwiesenermaßen sind aufgrund ihrer Vereinsgeschichte alle Klubs Aufstiegsexperten. Wer packt es am Ende?

Mit Aufstiegen kennen sich die 4 Klubs aus. Selbst der VfB Stuttgart packte nach einem 2-jährigen Intermezzo in der 2. Bundesliga 1977 wieder den Aufstieg ins Oberhaus. Als momentan Tabellenerster haben die Schwaben optimale Bedingungen, um in diesem Jahr postwendend die Rückkehr dorthin zu schaffen, wo der Verein auch hingehört – in die Bundesliga. Die anderen 3 Klubs vereinen seit den 1960er-Jahren insgesamt 22 Aufstiege (Union 9; Braunschweig 7; Hannover 6) auf sich. Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht führte die Löwen schon 2 Mal eine Etage höher und beim Rivalen in Hannover wurde extra André Breitenreiter installiert, um mit den 96ern das zu schaffen, was er mit dem SC Paderborn bereits 2014 vollführt hat.

Lässt Union abreißen?

Geht es nach der Form der letzten 5 Spiele, so könnte aus dem Vierkampf schon bald ein Dreikampf werden. Die Berliner holten nur eiserne 4 Punkte aus den letzten 5 Spielen und drohen damit, den Anschluss zu verlieren. Der Trainerwechsel zu André Breitenreiter hat am Maschsee hingegen tatsächlich nochmal einen Schub gegeben. Mit dem ersten Derbysieg seit 1998 (1:0 gegen Braunschweig) und 11 Punkten aus den letzten 5 Spielen geht Hannover in den Endspurt. Braunschweig verlor nur eines der letzten 11 Spiele. Der VfB Stuttgart holte sich mit zuletzt 3 Siegen in Folge die beste Ausgangsposition im Aufstiegskampf. Union Berlin konnten zuletzt nicht mehr vollends überzeugen. Sie zogen zuletzt in den direkten Duellen mit Hannover (0:2) und Stuttgart (1:3) den Kürzeren und werden es, auch aufgrund die schweren Restprogramms, schwer haben.

Guten Nerven sind Trumpf!

Vor allem die Nervenstärke entscheidet in brenzligen Situationen über Sieg und Niederlage. Das gilt sowohl für Aktionen unmittelbar vor dem Tor als auch generell bei einem Rückstand. Wer behält einen kühlen Kopf? Die mit Abstand beste Chancenverwertung haben die Schwaben. Knapp jede 5. Torchance sitzt. Zu verdanken haben sie das u.a. Top-Torjäger Simon Terodde. Mit 20 Toren führt er die Liste der besten Schützen in Liga 2 an. Einziges Manko des VfB: Sie zeigen Schwäche, wenn sie in Rückstand (11 Mal) geraten. Der Mannschaft von Hannes Wolf glückten danach erst 2 Siege. Allerdings bogen die Schwaben zuletzt einen Rückstand gegen Bielefeld in einen Sieg um und machten Anfang des Monats aus einem 0:3 gegen Dresden noch ein 3:3. Sie scheinen die Kurve rechtzeitig zu bekommen.

Eintracht Braunschweig (11 Mal) und Hannover 96 (13 Mal) behielten öfter die Ruhe und drehten jeweils 4 Mal ein Spiel komplett. Sie können sich ebenfalls auf die Stärke ihrer Stürmer verlassen. Riesenplus des BTSV: Domi Kumbela schoss die Eintracht schon 2013 mit 19 Toren in die 1. Liga. Neben ihm und dem Trainer waren vor 4 Jahren auch Marcel Correia, Ken Reichel und Mirko Boland mit von der Partie als die Löwen nach 28 Jahren wieder in die Bundesliga aufstiegen – Kontinuität die sich auszahlen könnte. Konstanz in allen 3 Bereichen zeichnet die Roten aus der niedersächsischen Landeshauptstadt aus, während die Eisernen lediglich bei der Chancenverwertung gut dastehen. Die Torgefährlichkeit kommt bei Union eher aus dem Kollektiv.

Direkte Duelle entscheiden

Ein Blick auf das Restprogramm verrät zum einen, dass alle 4 involvierten Klubs noch je ein Mal gegen direkte Konkurrenten antreten müssen. Braunschweig hat dabei Union zu Gast und am vorletzten Spieltag tritt der VfB Stuttgart in Hannover an. Die Löwen dürfen sich über das leichteste Restprogramm freuen. Ganz anders die Unioner. Jens Keller und seine Mannen bekommen es in 4 verbleibenden Spielen mit Teams aus der oberen Tabellenhälfte zu tun. Letztendlich wird die Mannschaft mit besten Voraussetzungen in den finalen Spieltag gehen, die in den direkten Duellen einen Dreier holt. Ein Sieg bringt nicht nur 3 Punkte, sondern lässt auch den Rivalen entsprechend mit leeren Händen dastehen.

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